Funktionen des MCR 2.0

Der Megaport Cloud Router (MCR) lässt sich auf einfache Weise für IP-Routing konfigurieren, ohne dass Sie komplexe Netzwerkprotokolle verstehen müssen. Unter diesem Thema werden die erweiterten VLAN- und Routing-Funktionen des MCR beschrieben, die die Möglichkeiten eines MCR über die Standardeinstellungen hinaus erweitern.

MCR Looking Glass

Das MCR Looking Glass-Tool bietet detaillierte Informationen zum Routing des Datenverkehrs auf nur einem Bildschirm. Diese Sichtbarkeit hilft Ihnen bei der Fehlersuche in Verbindungen, indem der Status der Protokolle und Routing-Tabellen des MCR angezeigt wird.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter Anzeigen des Datenverkehr-Routings mit MCR Looking Glass.

VLANs

Die Option „Q-in-Q Conncection“ ermöglicht entweder ein einzelnes VLAN (nicht Q-in-Q, auch bekannt als 802.1Q) oder gestapelte VLANs (Q-in-Q, auch bekannt als 802.1ad), die über einen VXC übertragen werden sollen. In den meisten Fällen werden Sie ein einzelnes VLAN verwenden, das auf dem physischen Zielport als Trunked-Port-Instanz verfügbar ist, wodurch der Port mehrere VXCs zu anderen Zielen als dem konfigurierten MCR enthalten kann.

Für bestimmte Anwendungsfälle benötigen Sie möglicherweise mehrere innere VLANs, die auf einem Port mit Q-in-Q verfügbar sind.

Weitere Informationen zu Q-in-Q finden Sie unter Konfigurieren von Q-in-Q.

IP-Adresszuweisung

Ein Kunde kann seine eigenen IP-Adressen verwenden. Bei Bestellung des MCR stellt Megaport maximal einen /29-Adressbereich kostenlos zur Verfügung. IP-Adressen werden nach Bedarf auf Basis der spezifischen Anforderungen des CSP bereitgestellt.

Für eine primäre und sekundäre IP-Adresse von Azure ExpressRoute stellt Megaport jeweils eine /30-Adressbereich oder 4 Adressen zur Verfügung.

Sicherheit

Sie können die MD5 (Message Digest 5)-Authentifizierung zwischen zwei eBGP-Nachbarn aktivieren, sodass der MCR jedes Segment verifizieren kann, das über die Verbindung zwischen den Nachbarn gesendet wird.

Routing-Funktionen

Der MCR kann bis zu 10.000 Routen für statisches als auch dynamisches Routing verwalten. Diese Routing-Optionen sind für die individuelle Konfiguration jedes Sub-VLAN (C-Tag) über Q-in-Q-fähige Verbindungen verfügbar.

Dynamisches Routing

Beim dynamischen Routing werden Aktualisierungen der Routing-Tabelle vom MCR über den VXC an den Zielport weitergeleitet. Der MCR nutzt das Border Gateway Protocol (BGP), um durch Austausch von Routing-Informationen zwischen Peers ein flexibles Routing zu ermöglichen.

MCR 2.0 unterstützt folgende BGP-Routing-Funktionen:

Bidirectional Forwarding Detection (BFD, bidirektionale Weiterleitungserkennung)

Das BFD-Protokoll erkennt Pfadausfälle zwischen direkt verbundenen BGP-Peers und ermöglicht so eine schnellere BGP-Routing-Neukonvergenz. Die Aktivierung von BFD auf einer VXC-Verbindung ermöglicht eine schnelle Erkennung von Verbindungsfehlern und ein Failover bei Verbindungen zu Diensten, die BFD auf dem Remote-Peer unterstützen. Nachdem BFD aktiviert ist, kann eine BGP-Peer-Beziehung bei Benachrichtigungen per BFD schnell abgebrochen werden, indem auf einen anderen BGP-Peer umgeschaltet wird. BFD ist bei einer VXC-Verbindung aktiviert.

Weitere Informationen zur BGP-BFD-Einstellung finden Sie unter Konfigurieren des BFD-Protokolls.

Multi Exit Discriminator (MED)

Ein Multi Exit Discriminator (MED) ist ein BGP-Pfadattribut, das einen BGP-Peer beeinflussen kann, eine bevorzugte Route zu wählen, wenn das ankündigende autonome System (AS) für Kandidatenrouten dasselbe ist und es mehrere Einstiegspunkte für dieses AS gibt. Eine niedrigere MED-Metrik wird gegenüber einer höheren Metrik bevorzugt. MED ist bei einer VXC-Verbindung aktiviert.

Weitere Informationen zur MED-Einstellung finden Sie unter Konfigurieren einer bevorzugten Route.

BGP ein-/ausschalten

BGP-Shutdown bietet eine einfache Möglichkeit, eine BGP-Verbindung administrativ herunterzufahren, ohne sie zu entfernen. Diese Funktion kann beim Einrichten einer neuen Route, bei der Durchführung von Wartungsarbeiten usw. nützlich sein.

Weitere Informationen zur BGP-Shutdown-Einstellung finden Sie unter Herunterfahren einer BGP-Verbindung.

Statisches Routing

Ohne BGP verwenden MCRs statisches Routing, um manuell konfigurierte Routen, die auf eine einzelne Route zugreifen, direkt zu verbinden. Statisches Routing wird in der Regel anstelle von BGP verwendet, wenn ein Kundengerät BGP nicht unterstützt oder das Zielgerät manuell konfigurierte IP-Adressen und Routen benötigt.

Weitere Informationen zum statischen Routing finden Sie unter Konfigurieren von statischen Routen.

Unterstützung von autonomen Systemnummern

Ein autonomes System (AS) ist ein einzelnes Netzwerk oder eine Gruppe von Netzwerken und Routern, die von einem gemeinsamen Netzwerkadministrator (oder einer Gruppe von Administratoren) im Auftrag einer einzelnen Verwaltungseinheit, wie z. B. einer Geschäftsbereich, verwaltet und überwacht werden. Einem AS ist eine global eindeutige Nummer zugewiesen, mit der das Netzwerk nach außen hin identifiziert wird. MCR unterstützt autonome Systemnummern (ASNs) sowohl von 2 Byte als auch 4 Byte.

Die ASN-Unterstützung umfasst lokale ASNs pro Peer.

Weitere Informationen dazu, wie MCRs die ASNs zur Routenankündigung verwenden, finden Sie unter MCR-Peering für private Clouds.

NAT-IP-Adressen

Network Address Translation (NAT) wird im Allgemeinen für öffentliche und private NAT oder für die Isolierung zwischen Kunden verwendet. Sie können NAT für statisches oder dynamisches Routing konfigurieren.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter Erstellen eines VXC und NAT-Ausführung auf MCR.


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